Irmgard Keun war eine Schriftstellerin aus Deutschland. Sie lebte von 1905 bis 1982 und verbrachte den Großteil ihrer Lebenszeit in Köln. Sie schrieb viele Romane und vertrat dadurch die „Neue Sachlichkeit“, weshalb sie auch von den Nationalsozialisten verfolgt wurde.

Leben

Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1905 in Charlottenburg, Berlin, geboren. Sie war die Tochter von Elsa Charlotte Keun und Eduard Keun, einem wohlhabenden Kaufmann. Im Jahre 1910 wurde ihr Bruder Gerd geboren. Mit diesem verbrachte sie eine gemeinsame Kindheit. Die ersten Jahre lebte die Familie in Berlin, bis sie im Jahre 1913 nach Köln zog. Die Entscheidung kam vor allem deswegen zustande, weil Eduard Keun Geschäftsführer und Teilhaber der Cölner Benzin-Raffinerie wurde. Irmgard Keun schloss das evangelische Mädchenlyzeum Teschner im Jahre 1921 ab und besuchte anschließend eine Handelsschule im Harz. Danach absolvierte sie Privatunterricht an der Berlitz School in den Fächern Schreibmaschine und Stenografie. Nachdem sie diesen abgeschlossen hatte, wurde sie im Beruf der Stenotypistin tätig und besuchte eine Schauspielschule in Köln.

Anschließend engagierte sie sich als Schauspielerin in Hamburg und Greifswald. Sie konnte allerdings nur einen geringen Erfolg erzielen. Aufgrund dessen beendete Irmgard Keun ihre Karriere im Schauspiel auch schon im Jahre 1929. Danach wurde sie von Alfred Döblin ermutigt, eine Karriere als Schriftstellerin anzugehen, was sie sehr schnell in die Tat umsetzte.

Am 17. Oktober 1932 heiratete Irmgard Keun ihren Gatten Johannes Tralow, welcher als Regisseur tätig war. Die Hochzeit fand in Cochem statt. Nur fünf Jahre später, im Jahre 1937, ging die Ehe in die Brüche und es erfolgte die Scheidung. Anschließend unternahm Irmgard Keun Reisen in die ganze Welt. Unter anderem bereiste sie Frankreich, Österreich und die Vereinigten Staaten. Ein SS-Mann half ihr im Jahre 1940, Papiere zu fälschen. Sie lebte unter dem Namen Charlotte Tralow illegal in ihrem Elternhaus. Die Meldung, Irmgard Keun hätte Selbstmord begangen, welche in der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph erschien, half ihr dabei, ihre Identität geheimzuhalten und unter dem Namen Charlotte Tralow weiterzuleben. Sie schrieb viele Romane. Im Jahre 1951 gebar Irmgard Keun ihre Tochter Martina, deren Vater bis heute unbekannt ist. Im Jahre 1966 wurde eine Alkoholabhängigkeit der Schriftstellerin festgestellt, weshalb sie in Bonn in die Psychiatrie eingewiesen und entmündigt wurde. Sie kam erst im Jahre 1972 wieder aus der Psychiatrie. Am 5. Mai 1982 starb Irmgard Keun an Lungenkrebs.

Themen der Werke

Keun galt mit ihren Werken als eine der größten Vertreter und Vertreterinnen im Bereich der „Neuen Sachlichkeit“. Ihre Werke zeichnen sich durch exakte Beobachtungen des Lebens in der Stadt aus. Das Ganze wird durch ihr Talent, Gefühle von hoher Kunstfertigkeit zu beschreiben, abgerundet. In allen ihren Werken kommt ein naiv-unschuldiger Blick zum Vorschein. Neben dem Unterhaltungswert bieten alle Werke auch einen sozialkritischen und literarischen Ernst an. Die Werke von Keun wurden von den Nationalsozialisten als Asphaltliteratur eingestuft, weshalb sie auch im Exil war.

Werke

Keun hat viele Romane verfasst. Die wichtigsten wurden am Ende ihres Lebens sogar durch Neuauflagen wieder ins Leben gerufen.

Zu folgenden Werken gibt es Neuauflagen:

  • Das kunstseidene Mädchen
  • Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften
  • D-Zug dritter Klasse
  • Kind aller Länder

Im Roman Das kunstseidene Mädchen werden die Sehnsüchte und Nöte der Menschen geschildert, welche durch die Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 auftraten.

In dem Roman Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren dürfen geht es um ein junges Mädchen während der Kriegszeit, welches viele Probleme und verrückte Ideen hat.

Der Roman D-Zug dritter Klasse spielt im Zug von Berlin nach Paris. Hier treffen sich sieben Menschen im Zug während des Dritten Reichs. Sie durchleben zusammen einige Verwicklungen.

Der Roman Kind aller Länder spielt im Jahre 1938. Ein zehnjähriges Mädchen erzählt in diesem Werk von ihrem Leben, welches im Exil stattgefunden hat. Aufgrund dessen erfolgt das Ganze auch in einem naiven und kindlichen Ton.

Auszeichnungen

Im Jahre 1981 wurde Irmgard Keun mit dem Marieluise-Fleißer-Preis ausgezeichnet. Dieser wurde ihr in Ingolstadt übergeben.