Bertolt Brecht

Yvonne Kraus


Bertolt Brecht – oft auch einfach Bert Brecht genannt – war ein deutscher Dramatiker und Lyriker. Er lebte von 1898 bis 1956, zuletzt in Ost-Berlin. Das epische Theater ist auf ihn zurückzuführen.

Leben

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg als Eugen Berthold Brecht geboren. Seine Eltern waren wohlhabend und lebten in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Bereits als Jugendlicher komponierte und sang Brecht mit Freunden Lieder zur Gitarre. Während des Studiums in München lernte er unter anderem Frank Wedekind kennen und befasste sich mehr mit Gegenwartsliteratur als mit seinen Studienfächern Medizin und Philosophie. Dort wurde er auch zu seinem ersten Theaterstück Baal inspiriert. 1922 wurde zum ersten Mal ein Stück von ihm aufgeführt, was sofort seinen Durchbruch als Autor und später auch als Regisseur zur Folge hatte.




Etwa zur selben Zeit entwickelte Brecht sich zum Kommunisten. Dies hatte ab 1930 zur Folge, dass die Nationalsozialisten die Aufführung seiner Stücke massiv störten. 1933 floh er mit seiner Familie nach Dänemark. Da er auf der „Schwarzen Liste“ stand, wurden seine Bücher nach der Machtergreifung der Nazis verbrannt. 1935 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1941 konnte er in die USA ausreisen, wo er jedoch beruflich nicht Fuß fassen konnte. Als Kommunist und Deutscher galt er dort doppelt als Feind und wurde vom Geheimdienst überwacht. 1948 reiste er zurück nach Deutschland, durfte jedoch nur in die östlichen Besatzungsgebiete einreisen.

Bertolt Brecht ließ sich in Ost-Berlin nieder, auch wenn dies nicht seine erste Wahl war. Er gründete dort ein eigenes Theater-Ensemble. 1956 starb Brecht an den Folgen einer angeborenen Herzschwäche.

Themen

Die kommunistische Einstellung von Bertolt Brecht prägte natürlich auch die thematische Ausrichtung seines Werks. Sowohl die Entstehung als auch die Aufführungen der Stücke waren immer Ergebnis einer Team-Arbeit, die sich auf ihn als treibende Kraft stützte. Seine Theaterstücke handeln von der Ausbeutung des Menschen und der Kapitalisierung der Arbeitskraft. Darüber hinaus verarbeitete er die Gräuel des Dritten Reichs in seinen Stücken und Gedichten. Bekannt ist hier vor allem das Gedicht An die Nachgeborenen, in dem es heißt

„Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“




Werke

Brechts Hauptwerk sind seine Theaterstücke. Daneben veröffentlichte er auch zahlreiche Gedichte und teilweise Prosa. Die wichtigsten seiner Werke sind im Folgenden aufgeführt.

Theaterstücke

  • Baal
  • Trommeln in der Nacht
  • Mann ist Mann
  • Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Opernlibretto)
  • Die Dreigroschenoper
  • Die heilige Johanna der Schlachthöfe
  • Die Gewehre der Frau Carrar
  • Furcht und Elend des Dritten Reiches
  • Leben des Galilei
  • Mutter Courage und ihre Kinder
  • Der gute Mensch von Sezuan
  • Herr Puntila und sein Knecht Matti
  • Schweyk im Zweiten Weltkrieg
  • Der kaukasische Kreidekreis
  • Turandot oder Der Kongreß der Weißwäscher

Gedichte

  • An die Nachgeborenen
  • Der Schneider von Ulm
  • Die Lösung
  • Die Moritat von Mackie Messer
  • Die Seeräuber-Jenny
  • Fragen eines lesenden Arbeiters
  • Legende vom toten Soldaten

Prosa

  • Der Augsburger Kreidekreis.
  • Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar
  • Dreigroschenroman
  • Flüchtlingsgespräche
  • Kalendergeschichten

Bildnachweis: Von Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

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