Partikeln

Meike Backers


Mithilfe von Partikeln kannst du beispielsweise deine Einstellung oder deine Annahme ausdrücken. Du kannst hiermit etwas hervorheben, intensivieren oder einschränken. Beispiele für Partikeln sind: überaus, sogar, auch, erst, bloß, halt, selbst, überhaupt, schon, mal. Nachfolgend erläutern wir die Merkmale von Partikeln und stellen die unterschiedlichen Arten genauer vor.

Die Merkmale von Partikeln

Partikeln kannst du nicht verändern. Sie passen sich dem Satz weder im Hinblick auf den Kasus (Fall) noch hinsichtlich des Genus (Geschlecht) oder des Numerus (Zahl) an. Diese Wörter stellen keine Satzglieder dar. Du kannst die Partikeln nicht erfragen. Zusätzlich darfst du diese Wörter nicht alleine an die erste Stelle in einem Satz vor einem konjugierten Verb stellen.

In der Regel kannst du Partikeln stets auslassen, ohne die Bedeutung des Satzes zu verändern. Denn normalerweise sind diese Wörter im lexikalischen Sinne bedeutungslos bzw. kaum von Bedeutung. Stattdessen kannst du mit Partikeln deine Gefühle oder deine Einstellung näher ausdrücken und den Satz bewerten. Üblich sind diese Wörter insbesondere in der gesprochenen Sprache.




Die Arten von Partikeln

Partikeln werden in sieben Arten aufgeteilt. Es gibt die Gradpartikeln, die Fokuspartikeln, die Modalpartikeln, die Negationspartikeln, die Ausdruckspartikeln, die Gesprächspartikeln sowie die lautmalenden Partikeln.

Die Gradpartikeln

Gradpartikeln werden auch als Intensitätspartikeln sowie als Steigerungspartikeln bezeichnet. Diese befinden sich stets vor einem Adverb oder vor einem Adjektiv. Mithilfe der Gradpartikeln schwächst du das voranstehende Wort ab oder verstärkst es. Beispiele für Gradpartikeln sind: ziemlich, sehr, überaus, äußerst, außerordentlich, absolut, enorm, extrem, höchst, ganz, komplett, recht, total, weit, ungemein, völlig, kaum, einigermaßen, etwas.

Beispiele:

  • Ich bin äußerst überrascht.
  • Das Gerät spielt total verrückt.
  • Die Tasche habe ich etwas günstiger bekommen.

Die Fokuspartikeln

Setzt du einen Fokuspartikel ein, hebst du einen Teil des Satzes hervor. Normalerweise befindet sich ein solcher Partikel vor dem Teil, der herausstechen soll. Beispiele für Fokuspartikeln sind: ausgesprochen, besonders, sehr, bestenfalls, ziemlich, zutiefst, überaus, äußerst, ungemein, höchst, vor allem, wenigstens, mindestens, zumindest, selbst, sogar, fast, etwas, einigermaßen, wenig, nur.

Beispiele:

  • Zumindest hast du das Feuerwerk nicht verpasst.
  • Dass du es geschafft hast, hat selbst mich überrascht.
  • In unserem neuen Haus gefällt mir vor allem das helle und große Wohnzimmer.



Die Modalpartikeln

Modalpartikeln werden auch als Würzwörter sowie als Abtönungspartikeln bezeichnet. Mit diesen Wörtern kannst du deine Aussage „würzen“. Hiermit beschreibst du, ob du interessiert oder erstaunt bist und ob du zustimmst oder ablehnst. Du zeigst, wie du eingestellt bist und was du erwartest. Beispiele für Modalpartikeln sind: bloß, nur, vielleicht, ja, eben, etwa, wohl, schon, mal, überhaupt, denn, doch, auch, halt, aber.

Beispiele:

  • Das war doch toll!
  • Wie siehst du denn aus?

Modalpartikeln kannst du normalerweise miteinander kombinieren.

Beispiele:

  • Hast du schon mal darüber nachgedacht?
  • Sie würde doch bloß für ein paar Stunden weg sein.

Die Negationspartikeln

Bei den Negationspartikeln handelt es sich um den Partikel „nicht“. Mit diesem kannst du etwas verneinen.

Beispiele:

  • Heute werden wir nicht ins Kino gehen.
  • Sie hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Die Ausdruckspartikeln

Ausdruckspartikeln stellen Ausdrücke, mit denen du deine Empfindungen und Gefühle zeigen kannst, dar. Beispiele für Ausdruckspartikeln sind: pff!, ach!, pfui!, schade!, oje!, autsch!, hoppla!, uh!, ätsch!, hurra!, igitt!, juhu!

Beispiele:

  • Ach, wie schön es doch war.
  • Hurra! Es sind Ferien.

Die Gesprächspartikeln

Bei Gesprächspartikeln handelt es sich in der Regel um Grüße, um Zurufe oder um Antworten. Beispiele sind: genau, hm, gern, ja, nein, gut.




Die lautmalenden Partikeln

Lautmalende Partikeln stellen Geräusche bzw. Laute nachempfunden dar. Du kennst sie vielleicht aus Comics. Beispiele sind: hatschi, bumm, bums, tatütata, quak, kikeriki, wau, wuff, miau, zack, peng, klirr, plumps, ruckzuck, dong, schnipp, boing, rums, hui.

Zu welcher Wortart gehören Partikeln?

Manchmal wird das Wort Partikeln als Oberbegriff für alle Wortarten, die nicht dekliniert werden können, verwendet. Demnach zählen zu den Partikeln die Wortarten Präpositionen, Konjunktionen, Adverbien und Interjektionen.

Präpositionen

Präpositionen (Verhältniswörter) kommen zum Einsatz, um das Verhältnis zwischen Lebewesen, Vorgängen und Gegenständen zu beschreiben. Sie können sich auf Substantive, Pronomen, Adjektive sowie Adverbien beziehen. Oft stehen die Präpositionen vor ihrem Bezugswort.

Es gibt temporale Präpositionen (zum Beispiel: seit, in, um), lokale Präpositionen (zum Beispiel: vor, auf, neben), kausale Präpositionen (zum Beispiel: trotz, aufgrund, seitens) sowie modale Präpositionen (zum Beispiel: mit, ohne, auf).

Beispiele:

  • In dem Jahrzehnt bin ich aufgewachsen. (temporale Präposition)
  • Olaf schläft heute ausnahmsweise auf dem Sofa. (lokale Präposition)
  • Trotz des Gewitters fällt das Fußballspiel nicht aus. (kausale Präposition)
  • Heute verreise ich mit meinem Bruder nach Kroatien. (modale Präposition)

Konjunktionen

Mithilfe von Konjunktionen (Bindewörtern) verbindest du Sätze, Satzteile und Wörter. Sie werden in nebenordnende und unterordnende Konjunktionen aufgeteilt. Möchtest du zwei gleichwertige Sätze oder zwei Satzglieder miteinander verknüpfen, verwendest du eine nebenordnende Konjunktion (zum Beispiel: und, oder). Unterordnende Konjunktionen (zum Beispiel: weil, da, während) nutzt du, um Hauptsätze und Nebensätze miteinander zu verbinden.

Beispiele:

  • Jakob ist ein begabter Musiker und er liest auch viel. (nebenordnende Konjunktion)
  • Meine Mutter kocht heute mein Lieblingsgericht, weil ich Geburtstag habe. (unterordnende Konjunktion)

Adverbien

Adverbien (Umstandswörter) können eine Handlung, einen Prozess oder einen Zustand genauer beschreiben. Sie können einen Bezug zu einem Verb, einem Substantiv, einem Adjektiv oder einem anderen Adverb nehmen. Unterteilt werden die Adverbien in verschiedene Gruppen:

  • temporale Adverbien (zum Beispiel: zwischendurch, seit, oft, jetzt, gestern, kurz)
  • lokale Adverbien (zum Beispiel: hier, dort, von links, aufwärts, runter)
  • kausale Adverbien (zum Beispiel: dafür, also, daher, jedenfalls, deswegen)
  • modale Adverbien (zum Beispiel: leider, sonst, sehr, allerdings, immerhin)
  • Relativadverbien (zum Beispiel: wofür, womit, wo)
  • Pronominaladverbien (zum Beispiel: wobei, daneben, hiermit)
  • Konjunktionaladverbien (zum Beispiel: zuvor, trotzdem, folglich)

Beispiele:

  • Laura fuhr gestern nach Köln. (temporales Adverb)
  • Hier ist mein Zuhause. (lokales Adverb)
  • Gestern habe ich viel Sport gemacht. Deswegen habe ich heute Muskelkater. (kausales Adverb)
  • Leider bin ich erneut zu spät gekommen. (modales Adverb)
  • Meine Eltern schenkten mir ein Auto, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. (Relativadverb)
  • Damit ich mir eine Reise finanzieren kann, spare ich mein gesamtes Geld. (Pronominaladverb)
  • Es sind Ferien, trotzdem lerne ich. (Konjunktionaladverb)

Interjektionen

Bei Interjektionen handelt es sich um Zwischen- bzw. Ausrufe und Laute. Sie befinden sich häufig außerhalb eines Satzes und werden nicht richtig in den Satz integriert. Mithilfe von Interjektionen zeigst du, was du empfindest oder was du von etwas hältst. Beispiele für Interjektionen sind: tja, o lala, wow, ach, pfui, hoppla, boing, hatschi.

Beispiele:

  • Tja, so ist das halt.
  • Wow, du siehst gut aus.
  • Igitt! Das riecht scheußlich.
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