Der genetische Fingerabdruck

Yvonne Kraus


Wahrscheinlich hast du schon einmal den Begriff „genetischer Fingerabdruck“ bzw. „genetic fingerprinting“ gehört. Doch was ist der genetische Fingerabdruck eigentlich? Wie setzt er sich zusammen und warum ist er einzigartig? Und was hat das Ganze mit dem Bio-Unterricht zu tun? Die Antworten auf diese Fragen geben wir dir im Folgenden.

Was ist der genetische Fingerabdruck einer Person?

Wahrscheinlich weißt du, dass jeder Mensch einen einzigartigen Fingerabdruck (bzw. Fingerabdrücke) hat. Die Linien, die sich oben auf der Fingerkuppe ergeben, sind bei jeder einzelnen Person anders. Man kann daher anhand eines solchen Fingerabdrucks genau herausfinden, zu welcher Person er gehört.

Doch nicht nur die Fingerabdrücke eines Menschen sind einzigartig. Auch das DNA-Profil einer Person ist normalerweise eindeutig. Das liegt daran, dass das Erbgut einer Person so viele verschiedene Informationen enthält, dass sich aus der Kombination der unzähligen Möglichkeiten ein einzigartiges Profil ergibt. Aufgrund dieser Einzigartigkeit hat man den Begriff „der genetische Fingerabdruck“ für das DNA-Profiil eines Menschen geprägt.

Wie wird der genetische Fingerabdruck ermittelt?

Um den genetischen Fingerabdruck zu ermitteln, benötigt man gar nicht den gesamten DNA-Code, sondern nur einen repräsentativen, eindeutigen Ausschnitt. Normalerweise werden 8 bis 15 Abschnitte aus der DNA untersucht. Diese nennt man Markersequenzen. Diese werden mit sogenannten Restriktionsenzyme geschnitten. Anhand der einzelnen Fragmente, die dadurch entstehen, kann man eine Person eindeutig identifizieren.

Wozu wird das genetic fingerprinting eingesetzt?

Bestimmt kennst du es aus dem Fernsehen: Der genetische Fingerabdruck wird vor allem im Bereich der Strafverfolgung eingesetzt. Anhand von Spuren, die genetisches Material enthalten – zum Beispiel Haare, Körperflüssigkeiten, kleine Hautpartikel – kann man genau feststellen, ob eine Person zum Beispiel am Tatort war. DNA-Untersuchungen können daher die Ermittlungen der Polizei in bestimmten Fällen unterstützen, auch wenn sie allein noch keinen Beweis für eine Schuld oder Unschuld darstellen können.

Darüber hinaus lässt sich durch das genetic fingerprinting auch feststellen, ob zwischen zwei Personen ein Verwandtschatsverhältnis besteht. So kann es zum Beispiel auch für Vaterschaftstests Anwendung finden.

Wie sicher ist der genetische Fingerabdruck?

Zu 100 Prozent genau ist dieses Verfahren nicht, da es in bestimmten Fällen fehleranfällig ist. Proben können beispielsweise im Labor verunreinigt und damit unbrauchbar werden. Im schlimmsten Fall bemerkt man die Verunreinigung nicht und kommt zu falschen Ergebnissen.

Ein Sonderfall sind auch eineiige Zwillinge. Diese haben eine nahezu identische DNA. Der genetische Fingerabdruck ist hier also niicht mehr eindeutig, sondern kann beiden gehören.

In ganz bestimmten Ausnahmefällen kann man auch den genetischen Fingerabdrucks eines anderen Menschen erhalten. Dies geschieht durch Knochenmarktransplantation, die dazu führt, dass man im Blut beide genetische Fingerabdrücke nachweisen kann: den der empfangenden und den der spendenden Person.

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