Wie ist das menschliche Skelett aufgebaut? Welche Funktionen erfüllt es? Wie aus einzelnen Knochen ein tragbares Gerüst wird, erfährst du im folgenden Text.

Das Skelett – Baugerüst des Körpers

Das Skelett ist das Grundgerüst des Körpers. Es hält alles zusammen und hat eine stützende sowie schützende Funktion. Durch Gelenke, Knorpel, Bänder und Muskeln sind so gut wie alle Knochen miteinander verbunden. Das sorgt dafür, dass das Skelett beweglich ist und kein starres Korsett bildet.

In Form und Aufbau unterscheiden sich die Knochen voneinander. Die genaue Beschaffenheit richtet sich nach ihrer Funktion.

Kugelförmige Enden, wie sie im Oberschenkelknochen zu finden sind, ermöglichen Bewegungen. Platten- oder schalenförmige Knochen, wie beispielsweise die Schädelplatten, nehmen eine schützende Funktion ein.

Lang, stabil und leicht sind die Knochen in den Gliedmaßen. Sie werden als Röhrenknochen bezeichnet. In Armen und Beinen auffindbar, gehören sie zu den größten Knochen im menschlichen Körper.

Lebendige Knochen

Auch wenn sie nicht den Anschein machen: Knochen sind keine starren Objekte. Sie verfügen über einen eigenen aktiven Stoffwechsel, der es Ihnen möglich macht, sich an Belastungen anzupassen und sich stetig zu regenerieren. Sie sind gut durchblutet und bestehen aus verschiedenen Gewebearten.

Das Knochengewebe bestimmt die mechanischen Eigenschaften und damit die Funktion der einzelnen Knochen. Im Querschnitt ähnelt der Aufbau einem Schwamm.

Im Knochenschaft befindet sich eine Markhöhle, in der sich das Knochenmark befindet. In dessen Zellen bilden sich rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen.

Das Skelett ist bereits embryonal angelegt. Das Wachstum der Knochen dauert bis zum Ende der Pubertät an. Weitere Veränderungen des Knochengerüstes erfolgen über den gesamten Lebenszeitraum des Menschen.

Aufbau des Skeletts

Bei der Geburt besitzt der Mensch mehr als 300 Knochen. Im Laufe seines Lebens verwachsen aber einige Knochen (z. B. die einzelnen Schädelplatten) miteinander. So hat ein ausgewachsener Mensch insgesamt nur noch circa 210 Knochen. Unterteilt sind die einzelnen Skelettbereiche in Kopfskelett, Rumpfskelett, Gliedmaßenskelett, Armskelett und Beinskelett.

Kopfskelett

Der Schädel bildet den oberen Teil des Kopfskeletts. Er umschließt das Gehirn sowie das Mittel- und Innenohr. Zur Geburt besteht der Schädel noch aus einzelnen Plattenelementen die durch Bindegewebe zwar miteinander verbunden sind, aber verschiebbar bleiben. Diese Spalten (Fontanellen) schließen sich bis zum 3. Lebensjahr zu einer festen Schädelplatte. Im Alter von 10 Jahren ist das Schädelwachstum weitestgehend abgeschlossen.

Weiterer Bestandteil des Kopfskeletts ist der Gesichtsschädel. Er hat die Aufgabe, Augen, Mundhöhle und die oberen Atemwege zu schützen. Zudem bestimmt er die Gesichtsform. Wie die Nase, die Augenhöhlen oder auch die Wangen und der Mund aussehen, hängt von den Ausprägungen der Gesichtsknochen ab.

Rumpfskelett

Das Rumpfskelett bildet den Mittelpunkt des menschlichen Körpers. Es setzt sich aus Wirbelsäule, Brustkorb und Beckenknochen zusammen. Neben der stützenden Funktion hat es den Zweck, lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge und Nieren vor äußerlichen Einwirkungen zu schützen.

Wirbelsäule

Insgesamt besteht sie aus 32 bzw. 33 einzelnen Wirbelgliedern. Die ersten 7 Wirbel bilden die Halswirbelsäule, weitere 12 Wirbel die Brustwirbelsäule, die anschließend in die 5 Wirbel der Lendenwirbelsäule übergeht. Die einzelnen Wirbel sind durch Bandscheiben mit einander verbunden. Den Abschluss bildet das Kreuzbein mit dem Steißbein. Hier sind die Wirbel fest miteinander verschmolzen. Die 5 Sakralwirbel des Kreuzbeines vereinen Wirbelsäule und Becken.

Brustkorb

Brustbein, 12 Rippenpaare und 12 Brustwirbel bilden den Thorax (Brustkorb). Jedes Rippenpaar ist an einem Brustwirbel angebunden und beweglich. Die oberen 7 Rippenpaare sind direkt mit dem Brustbein verbunden. In diesem Bereich können durch das Brustbein selbst starke Stöße abgefedert werden. Die unteren 5 Rippenpaare sind lediglich durch den Rippenknorpel zusammengeschlossen. Nur bei den letzten 2 Rippenpaaren fehlt dieser. Sie enden frei in der seitlichen Bauchwand. Über das Schlüsselbein ist das Brustbein mit dem Schulterblatt fixiert.

Beckenknochen

Über die Hüftgelenke wird der Übergang zu den Beinen hergestellt. Das Becken besteht aus 2 Hüftbeinen (links und rechts). Sie sind jeweils aus dem Darmbein mit der Beckenschaufel, dem Sitzbein und dem Schambein aufgebaut. Zusammen mit dem Kreuzbein bilden sie den Beckenring. Zwischen dem linken und rechten Schambein befindet sich die Symphyse. Diese Schambeinfuge ist eine Verbindung von 2 Knochen durch Faserknorpeln.

Gliedmaßenskelett

Das Gliedmaßenskelett bildet die Grundlage für die Arme und Beine. Es besteht aus einer Vielzahl von Gelenken, Knochenplatten und Gelenkpfannen, die notwendig für die freie Beweglichkeit der einzelnen Gliedmaßen sind.

Die Schulter ist eines der beweglichsten Gelenke des Menschen. Schlüsselbein und Oberarmknochen werden durch Muskeln, Sehnen und Bänder mit dem Brustkorb zusammengehalten. Die Schulter ist durch ihren Aufbau eines der komplexesten Gelenke im Körper.

Das Schlüsselbein bildet die Brücke zwischen Schultergürtel und Brustkorb. Die Knochenplatte des Schulterblattes ist verstärkt und bietet durch eine flache Gelenkpfanne dem Oberarmknochen genügend Platz, um sich frei bewegen zu können. Da das Schultergelenk zu großen Teilen von starken Muskeln und Sehnen gehalten wird, ist es zwar extrem flexibel, aber nicht sonderlich stabil. Es kann einfach ausgekugelt werden und ist anfälliger für Verletzungen.

Der Beckenring, welcher stabil mit der Wirbelsäule verankert ist, bindet die Beine über das Hüftgelenk beweglich am Rumpfskelett an. Der rundliche Kopf des Oberschenkelknochens sitzt im pfannenförmigen Hüftgelenk des Hüftbeins. Die Beweglichkeit der Beine ist durch die Beschaffenheit des Hüftgelenkes eingeschränkter als bei den Armen. Dafür ist es deutlich stabiler und robuster aufgebaut.

Skelett der Arme und Beine

Das Armskelett besteht aus einem Oberarmknochen, der in einer dicken Muskelschicht eingebettet ist, dem Ellenbogengelenk, dem Unterarm, der aus Elle und Speiche besteht, und der Hand. Mit 27 Knochen je Hand befinden sich in den Händen etwa ein Viertel der gesamten Knochen des menschlichen Körpers.

Durch das verkapselte Ellbogengelenk ist es möglich, den Arm zu beugen, zu strecken und zu drehen.

Das Skelett der Beine setzt sich aus dem Oberschenkelknochen, Schienbein und Wadenbein zusammen. Wobei Schien- und Wadenbein gemeinsam den Unterschenkel bilden. Ober- und Unterschenkel werden durch das Kniegelenk verbunden. Vor dem Kniegelenk liegt ein flacher, scheibenförmiger Knochen – die Kniescheibe. Sie schützt das Kniegelenk und unterstützt die Hebelarmwirkung des Beines.

Bei Kindern bildet sich die Kniescheibe erst später aus. Zur Geburt ist sie lediglich eine knorpelige Anlage und noch ohne Funktion.

Das Sprunggelenk bildet die Verbindung zwischen Unterschenkelknochen und Fuß.